Was ist Mobbing?
Mobbing (engl. mobbing; mob: Meute, Gesindel, Pöbel, Bande; oder to mob: anpöbeln, angreifen, über jemanden herfallen) ist Schikane, Intrige und Psychoterror in Organisationen, insbesondere am Arbeitsplatz und in Schulen. Die Bedeutung des Begriffs Mobbing hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Mobbing am Arbeitsplatz betrifft einen großen Teil der erwerbstätigen Bevölkerung in unserer Gesellschaft. Auch Mobbing in der Schule wird als ernsthaftes Problem wahrgenommen. Die Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz betreffen nicht nur die Opfer, sondern richten auch ökonomischen Schaden auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene an. Praktiker und Sozialforscher schlagen verschiedene Maßnahmen vor, um das Problem Mobbing am Arbeitsplatz einzudämmen.
Mobbing im Kindesalter |
Ein paar Möglichkeiten, die Dir weiterhelfen könnten. |
- Mobbing-Situation sofort beenden.
- Immer darauf eingehen, wenn ein Kind um Hilfe bittet.
- Keinen Zweifel daran lassen, dass das mobbende Verhalten schlecht ist: "Das, was du gerade gemacht hast, will ich hier nicht mehr sehen."
- Mit den Kindern darüber sprechen.
- Beim Täter Verständnis für das Opfer wecken: "Wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?"
- Gemeinsam Regeln für das Miteinander aufstellen, z.B. "Beim Basteln oder Zeichnen wird niemand mehr ausgelacht."
- Oder: Möchte ein Kind einen Kampf beenden, weil er ihm zu heftig wird, kann es laut "Stopp!" rufen. Dann darf nicht mehr gekämpft werden.
- Erarbeitete Regeln z.B. in Form von Zeichnungen aufhängen. Dann kann jedes Kind bei Bedarf auf die Zeichnung verweisen und sagen: "So war das nicht ausgemacht."
|
- Suche Dir moralischen und menschlichen Rückhalt und Unterstützung bei Verbündeten an Deiner Klasse, nötigenfalls auch in anderen Klassen.
- Sprich Schülerinnen und Schüler in einer Umgebung auf das Problem an. Suche Dir eine Selbsthilfegruppe.
- Protokolliere jede Art von Übergriffen. (Mobbingtagebuch)
- Wenn möglich, sichere Dir die Aussagen von Zeuginnen und Zeugen.
- Fordere Deine Mitschüler, aber auch die beteiligten Lehrer notfalls schriftlich auf, das unerwünschte Verhalten zu unterlassen.
- Geht der Terror weiter, wende Dich an die Schulleitung oder den Vertrauenslehrer. Gegebenenfalls kann es auch hilfreich sein mit den Eltern der mobbenden Schüler zu reden.
- Kommst Du damit nicht klar, hol Dir professionelle Hilfe durch einen Psychologen oder eine Erziehungsberatungsstelle. Das ist vor allem wichtig, weil Deine Eltern Dich unterstützen sollten.
|
Tipps für die Eltern
Sprechen Sie mit Ihrem(n) Kind(ern) über das Phänomen Mobbing. |
Sie sollten aufmerksam werden: |
- Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihr Kind von der Schule erzählt, und nehmen Sie es ernst. Dann erkennen Sie brenzlige Situationen frühzeitig.
- Halten Sie Kontakt zu den Lehrern, nutzen Sie Elternsprechtage und Sprechstunden. Fragen Sie nicht nur nach Noten, sondern auch danach, ob Ihr Kind gut in die Klasse integriert ist.
- Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass man nicht immer alles als Angriff verstehen muss. Nicht jedes versteckte Federmäppchen ist böse gemeint.
|
- wenn Ihr Kind immer häufiger nicht zur Schule gehen möchte und/oder regelmäßig über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit klagt;
- wenn es nicht mehr zu Geburtstagsfeiern eingeladen wird;
- wenn es kaum oder keinen Kontakt zu Schulkameraden hat;
- wenn es ungern am Sportunterricht teilnimmt;
- wenn seine Leistungen überraschend abfallen;
- wenn es gar mit Verletzungen nach Hause kommt.
|
Versuchen Sie behutsam herauszufinden, ob in der Schule alles in Ordnung ist. Wenn Ihr Kind nicht darüber spricht, scheuen Sie sich nicht, Klassenkameraden oder befreundete Eltern zu befragen: Ihr Kind braucht Ihren Schutz! Warten Sie nicht lange! Einmal verfestigte Mobbing Situationen können nur schwer wieder gelöst werden. Setzen Sie sich sofort mit dem verantwortlichen Lehrer in Verbindung.
Das könnten Sie tun: |
Das sollten Sie unterlassen! |
- Bereiten Sie das Gespräch mit dem Lehrer sorgfältig vor. Überlegen Sie vorher, was Sie von ihm und der Schule erwarten.
- Schildern Sie den Vorfall sachlich. Unterlassen Sie in jedem Fall Schuldzuweisungen. Die Lehrer können in der Regel nichts dafür.
- Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Lehrer konkrete Strategien. Bitten Sie den Lehrer oder die Lehrerin, nicht den speziellen Mobbing Fall Ihres Kindes zu diskutieren, sondern lieber darüber, welche Konsequenzen Mobbing jeglicher Art in Zukunft für die Täter haben wird.
- Überprüfen Sie, ob der Lehrer tatsächlich etwas unternommen hat. Das darf nicht länger als wenige Tage dauern! Befragen Sie dazu Ihr Kind. Wenn alles nichts hilft, wenden Sie sich an den Direktor. Die Schule hat die Pflicht, sich darum zu kümmern, dass es Ihrem Kind gut geht.
|
- Die Schuld bei ihrem Kind suchen. Jedes Kind ist liebenswert. Machen Sie nicht nur Ihrem Kind, sondern auch den Lehrern unmissverständlich klar, dass Sie nicht bereit sind, das Mobbing zu akzeptieren.
- Mit den Eltern der Täter reden. Die meisten Eltern schützen ihr Kind und billigen so sein aggressives Verhalten. Selbst wenn sie es bestrafen, wirkt sich das in aller Regel negativ auf das Opfer aus.
- Mit den Tätern reden. Das zeigt den ?Mobbern", dass sich Ihr Kind nicht wehren kann - Sie schwächen damit die Position Ihres Kindes.
- Ihr Kind zu den Lehrergesprächen mitnehmen. Eine Konfrontation mit dem Lehrer belastet ein Kind, das gemobbt wird, sehr und verstärkt seine Schuldgefühle. Nehmen Sie Ihrem Kind diese Last ab, es wird Ihnen dankbar sein!
- Denken Sie daran, dass alle o.g. Massnahmen erfolglos sein könnten. Es gibt Mobber, die sich wenig um die Maßnahmen scheren, die z.B. die Schule unternimmt. Beachten Sie: Man kann seine Mitmenschen - Mitschüler - nicht wirklich zu einer Verhaltensänderung "erziehen". Es ist aber möglich Grenzen zu setzen!
|
Ergo: Um Ihrem Kind wirklich zu helfen, braucht es qualifizierte professionelle Hilfe. Es muss herausgefunden werden, warum man Ihr Kind mobben kann und dann braucht es eine Denk- und Verhaltensänderung bei Ihrem Kind und bei IHNEN als ELTERN, um erfolgreich zu sein.
Sie haben einen erheblichen Beitrag zur seelischen Entwicklung Ihres Kindes geleistet und vielleicht müssen auch Sie etwas in Ihren Einstellungen und in Ihrem Erziehungsstil verändern.
Quelle: Webportal - Schülermobbing
Büchertipps
Titel |
Autor |
ISBN - Nummer |
| |
Horst Kasper |
ISBN 3-589-21669-7 |
|
Frank Schallenberg |
ISBN 3-532-64200-x |
|
Karl E. Dambach |
ISBN 3-497-01588-1 |
|
Kurt Singer |
ISBN 3-407-25177-7 |
|
Kurt Singer |
ISBN 3-407-22817-1 |
|
Hildegard Reitbauer |
ISBN 3-902-211-032 |
|
|
Kristin Holighaus |
ISBN 3-407-75522-8 |
|
Christina Zitzmann |
ISBN 3-899-74113-7 |
Links zum Thema
|
Der Verein LOA Lernen ohne Angst engagiert sich für alle Schülerinnen und Schüler an allen Schulen der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ziel angst– und gewaltfreies Lernen als tatsächlichen Standard durchzusetzen. |
|
|
|
interessante Seite eines betroffen Schülers mit Forum |
|
umfassende Informationen in Wikipedia, die freie Enzyklopädie |
|